{rezension} es wird keine helden geben - anna seidl




Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?
(Klappentext)



Spoiler könnten enthalten sein, um die Geschichte richtig zu beleuchten und auf Entwicklungen und Erkenntnisse eingehen zu können.
Vorest kann ich sagen, dass in diesem Buch ein schwieriges und trauriges, schreckliches Thema angesprochen wird, wo die Autorin es schafft dieses Thema richtig anzugehen, mit der richtigen Tiefe und Nachdenklichkeit zwischen den Buchseiten.
Gleich zu Beginn der ersten Seiten habe ich erahnt, welchen Hintergrund die Autorin gewählt hat, warum der Amoklauf passiert ist. Das fand ich aber nicht negativ, sondern war einfach auf die Umsetzung gespannt.
Zitat : '' Vielleicht könnt ihr die Stille hören, diese Totenstille, wenn jeder den Atem anhält und einfach nur hofft, dass es einen anderen trifft und man selbst verschont bleibt. Vielleicht könnt ihr das wirklich. Vielleicht auch nicht. ''
Besonders ist, dass die Hauptprotagonistin bereits zu Beginn des Buches und auch immer wieder den Leser anspricht und ihm direkt ihre Gedanken und Gefühle mitteilt. Den Schreibtstil der Autorin fand ich angenehm zu lesen und er hat genau die richtige Stimmung und Atmosphäre getroffen.  Die Geschichte spielt sich hauptsächlich nach dem Amoklauf ab, aber es gibt viele Rückblenden aus der Vergangenheit.
Das Thema ''Mobbing'' wird als Hintergrund für den Amoklauf dargestellt. Der Täter war Außenseiter und wollte Rache, auch durch die Rückblenden wurde das gut verdeutlicht,
Durch die Buchseiten spürt man die Angst während des Amoklaufs, den Lebenskampf zwischen Gleichgültigkeit, nicht vorhandener Lebenslust und Lebensfreude. Das Buch berührend den Leser am Herzen, es ist traurig, erschreckend, philosophisch, nachdenklich.
Im Mittelpunkt steht die Hauptprotagonistin, die sich nach dem Amoklauf von niemandem verstanden fühlt, in sich verschlossen und weiß nicht wie sie das Geschehene verarbeiten soll. Sie vermisst ihren Freund, ihren beste Freundin ist nicht mehr diesselbe und zusätzlich ist die ihre Mutter wieder da, die sie vor Jahren verlassen hat. Miriam fand ich als Charakter schwierig. Denn einerseits merkt der Leser in den Rückblenden, dass sie wie ihrem Alter entsprechend wie 15 wirkt, ein bisschen oberflächlich und auf den Spaß im Leben fixiert. Doch bereits da wirkt sie gleichzeitig mit einigen Handlungen deutlich älter. Für mich war es da schwierig sie wirklich authentisch als 15jährige Schülerin zu sehen. Gut gefallen hat mir aber anderseits, dass die eine unglaubliche große Entwicklung mit Höhen und Tiefen durchmacht. Sie wird reifer und erlernt einen völligen anderen Blick auf ihr Leben.
Zitat : '' Wir wandern durchs Leben und lassen immer wieder Menschen hinter uns. Die wenigsten begleiten uns unser ganzes Leben lang.''
Die anderen Charaktere haben gut ins Geschehen passt, auf ihre Weise interessant, waren aber nur im Hintergrund eingesetzt.



Ein berührendes, trauriges Buch über ein schreckliches und erschreckendes Thema, das den Leser zum Nachdenken bringt.




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